Der Eigenverbrauch ist der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Solaranlage. Je mehr Solarstrom Sie selber verbrauchen, desto weniger teuren Netzstrom müssen Sie kaufen. In der Schweiz liegt der Netzstrompreis bei durchschnittlich 27 bis 35 Rappen pro kWh, während selbst produzierter Solarstrom nur 8 bis 12 Rappen pro kWh kostet. Jede Kilowattstunde, die Sie selber nutzen, spart Ihnen also bares Geld.
Was bedeutet Eigenverbrauch?
Der Eigenverbrauchsanteil gibt an, wie viel Prozent des erzeugten Solarstroms Sie direkt im eigenen Haushalt verbrauchen. Ohne besondere Massnahmen liegt dieser Wert typischerweise bei 25% bis 35%. Das heisst, zwei Drittel des erzeugten Stroms werden ins Netz eingespeist – zu einem deutlich tieferen Vergütungssatz als der Netzstrompreis. Die Differenz ist Ihr Optimierungspotenzial.
Tipp 1: Verbrauch gezielt in die Sonnenstunden verlagern
Die einfachste und kostenguenstigste Massnahme: Betreiben Sie Grossverbraucher wie Waschmaschine, Tumbler, Geschirrspueler oder Backofen gezielt dann, wenn die Sonne scheint. Nutzen Sie die Zeitschaltprogramme Ihrer Geräte, um den Betrieb auf die Mittagszeit zu legen. So erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauch um 5 bis 10 Prozentpunkte – ganz ohne Zusatzinvestition.
Tipp 2: Batteriespeicher einsetzen
Ein Batteriespeicher ist die effektivste Massnahme zur Eigenverbrauchsoptimierung. Überschuessiger Solarstrom wird tagsüber gespeichert und abends oder nachts genutzt. Mit einem passend dimensionierten Speicher können Sie Ihren Eigenverbrauch auf 60% bis 80% steigern. Die Kosten für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und liegen aktuell bei CHF 800 bis CHF 1'200 pro kWh Speicherkapazitaet.
Tipp 3: Warmwasseraufbereitung mit Solarstrom
Nutzen Sie überschuessigen Solarstrom für die Warmwasseraufbereitung. Mit einem sogenannten Power-to-Heat-System wird der Solarstrom über einen Heizstab im Boiler in Wärme umgewandelt. Das ist eine kostenguenstige Alternative zum Batteriespeicher und erhoecht den Eigenverbrauch um 10 bis 15 Prozentpunkte.
Tipp 4: Wärmepumpe intelligent ansteuern
Wenn Sie eine Wärmepumpe besitzen, laesst sich diese hervorragend mit der Solaranlage kombinieren. Durch eine intelligente Steuerung wird die Wärmepumpe bevorzugt dann betrieben, wenn Solarstrom verfügbar ist. Das Gebaeude dient dabei als thermischer Speicher. Moderne Smart-Home-Systeme ermöglichen diese Kopplung automatisch.
Tipp 5: Elektroauto mit Solarstrom laden
Ein Elektroauto ist ein hervorragender Abnehmer für überschuessigen Solarstrom. Wenn das Fahrzeug tagsüber zu Hause steht, kann es mit kostenguenstigem Solarstrom geladen werden. Mit einer intelligenten Wallbox, die die Ladeleistung an die aktuelle Solarproduktion anpasst, maximieren Sie den Eigenverbrauch. Eine typische Tagesfahrt von 40 km benoetigt etwa 8 kWh – das entspricht der Produktion von 3 bis 4 Solarmodulen über einige Stunden.
Tipp 6: Energiemanagement-System einsetzen
Ein Energiemanagement-System (EMS) überwacht kontinuierlich die Solarproduktion und den Verbrauch. Es steuert die verschiedenen Verbraucher automatisch so, dass möglichst viel Solarstrom direkt genutzt wird. Prioritaeten können individuell festgelegt werden – zum Beispiel zuerst den Haushalt versorgen, dann den Speicher laden und schliesslich das Elektroauto.
Tipp 7: Anlage richtig dimensionieren
Die Groesse der Solaranlage sollte zum Verbrauchsprofil passen. Eine übergrosse Anlage produziert zwar viel Strom, aber der Eigenverbrauchsanteil sinkt. Umgekehrt ist eine zu kleine Anlage wirtschaftlich nicht optimal. Unsere Experten berechnen die ideale Anlagengroesse basierend auf Ihrem tatsaechlichen Verbrauchsprofil und Ihren Zielen.
Zusammengefasst: Mit einer Kombination aus Verbrauchsverlagerung, Batteriespeicher und intelligentem Energiemanagement können Sie Ihren Eigenverbrauch auf über 70% steigern. Das maximiert Ihre Ersparnis und verkuerzt die Amortisationszeit Ihrer Anlage erheblich.
Die Optimierung des Eigenverbrauchs beginnt bereits bei der Planung der Anlage. Unsere Experten bei Solarstrom Profis analysieren Ihr Verbrauchsprofil und empfehlen die massgeschneiderte Lösung für maximale Wirtschaftlichkeit.
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Jetzt Solar-Rechner startenTechnologie und Modultypen
Moderne Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 % und sind deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Die gängigsten Typen sind monokristalline Module – sie bieten die beste Flächeneffizienz und eignen sich ideal für Schweizer Dächer mit begrenztem Platz. Ganzschwarze Module (Full Black) sind besonders beliebt, da sie ästhetisch ansprechend sind und sich harmonisch ins Dachbild fügen. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das reflektierte Licht der Rückseite und liefern bis zu 10 % Mehrertrag. Die Module sind auf mindestens 25 Jahre Leistung garantiert und verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % ihrer Kapazität. Die Wechselrichter – das Herzstück jeder Anlage – wandeln den Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) als Option
Für Mehrfamilienhäuser und Nachbarschaften bietet das Schweizer Energiegesetz die Möglichkeit eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV). Dabei teilen sich mehrere Parteien eine Solaranlage und den erzeugten Strom. Der ZEV tritt gegenüber dem Energieversorger als ein einziger Verbraucher auf, was die administrativen Kosten senkt und den Eigenverbrauchsanteil deutlich steigert. Die Abrechnung unter den Teilnehmern erfolgt über interne Zähler. Gerade in urbanen Gebieten wie Zürich, Basel oder Bern eignet sich dieses Modell besonders gut. Die Einmalvergütung von Pronovo kann ebenfalls im Rahmen eines ZEV beantragt werden. Die Gründung erfordert einen schriftlichen Vertrag zwischen allen Beteiligten sowie die Genehmigung durch den lokalen Netzbetreiber. Ein spezialisierter Solarbetrieb unterstützt Sie bei der Planung, Vertragsgestaltung und technischen Umsetzung eines ZEV-Projekts.